Samstag, 6. Dezember 2014

Rezension: Wer Finsternis sät [Jugendbuch]

 Wer Finsternis sät (von Leonie Lastella)






Jos Mutter ist tot. Zumindest dachte er das, bis die Ankunft zweier Polizisten sein ganzes bisheriges Leben auf den Haufen wirft und nur einen Trümmerhaufen zurücklässt. Seine Mutter lebte, doch sie wurde nun wie eine Reihe weiterer Frauen grausam ermordet. Er ist der Hauptverdächtige. Dabei kann er doch überhaupt nichts damit zu tun haben, er kannte seine Mutter ja nicht einmal. Doch die Polizei sieht das anders und so wird er zum Gejagten. Alles scheint ihm zu entgleiten seine Eltern, seine Geschwister und natürlich die zarte Liebe zwischen Lilly und ihm. Jedoch jagt ihn inzwischen nicht nur die Polizei, sondern auch der Killer ist hinter ihm, um endlich Ruhe zu finden ... 


Das Böse wurde nicht geboren. Es wuchs heran. Es wurde geformt in einem Zimmer, in das nur wenig fahles Licht drang, in einem Haus voller Finsternis, im Körper eines unscheinbaren Jungen.
aus Wer Finsternis sät (von Leonie Lastella) Position 41 von 4114 


Passendes Cover – leider nicht ganz mein Fall
Das Cover dieses Buches finde ich leider nicht so besonders gelungen, denn dieser Knoten im Seil wirkt auf mich einfach nicht besonders ansprechend. So hätte ich wahrscheinlich allein aufgrund des Covers nicht nach diesem Buch gegriffen. Jedoch sind diese Knoten im Seil, doch passend zum Inhalt, auch wenn ich jetzt nicht verraten werde wieso, da dies ein zu großer Spoiler für alle wäre, die noch in den Genuss dieses Buches kommen wollen. Die Schriftart und diesen Schwarz-Weiß-Kontrast, der für den Titel gewählt wurde, finde ich klasse. Das passt einfach perfekt und auch die Blutspritzer und „-fäden“ reihen sich gut in das Gesamtbild ein.

Sprachgewaltig und sehr bildhaft

Nicht oft geht es mir so, wie bei diesem Buch: Denn bereits nach dem ersten Abschnitt des Prologs war ich gefangen und musste einfach mehr erfahren. Ich gierte fast nach weiteren Informationen und verschlang Seite für Seite. Wie gesagt, ich war von Anfang an mitten im Geschehen und besonders die bildhaften Beschreibungen ließen mich noch tiefer in die Geschichte eintauchen. Die Autorin scheint mit ihren Worten die Bilder fast vor den Augen des Lesers heraufzubeschwören.

Ständige Perspektivwechsel und viele Cliffhanger

Ebenfalls sehr positiv aufgefallen sind mir die ständigen Wechsel zwischen den Perspektiven, sodass man die Geschichte einmal aus der Sicht des Killers erzählt bekommt, dann zum Ermittler wechselt und schließlich bei der Sicht des Opfers hängen bleibt. Durch diese ständigen Wechsel wird viel Platz für Cliffhanger geschaffen, welchen die Autorin nicht ungenutzt lässt und den Leser somit noch mehr an das Buch fesselt. Denn wenn man unbedingt wissen muss, wie es nun weitergeht, bleibt man auch gerne mal ein paar Stunden länger auf, nur um dies zu erfahren. Leider hat das auch zur Folge hat, dass man nach dem Lesen dieses Buches eventuell übermüdet in Schule oder Arbeit aufkreuzt, aber das sind wohl Nebenwirkungen von „Wer Finsternis sät“.

Nicht vorhersehbar und ein sehr lebendiger Mörder

Das Buch ist also wie bemerkt wirklich sehr spannend und auch so gut wie nicht vorhersehbar. Es wurde nie langweilig weiterzulesen und durch überraschende Wendungen fieberte man noch mehr mit. Die vielen Sichtwechsel hatten auch zur Folge, dass man sich in alle Charaktere gut hineinversetzen kann, obwohl man das manchmal gar nicht möchte. Denn wer möchte sich schon in den Killer hineinversetzen und ihn eventuell sogar verstehen? Doch das ist der Autorin egal und sie zwingt den Leser dazu, auch seine Sicht anzunehmen und sich in ihn hineinzuversetzen. Damit erreichen Spannung und Schrecken eine völlig andere Ebene und auch der Mörder wirkt lebendiger.

Toller Schreibstil und kleine, feine Lovestory

Gut gelingt der Autorin auch der Balanceakt zwischen knallhartem Thriller voller Spannung und einer zart aufkeimenden Liebesgeschichte zwischen Jo und Lilly. Diese Liebesgeschichte drängt sich nicht zu sehr in den Mittelpunkt und nimmt genau den richtigen Platz ein. Außerdem konnte mich der Schreibstil der Autorin recht schnell für sich gewinnen, da er wirklich gut zu einem Jugendthriller passt und vor allem die bildhaften Beschreibungen mich begeistern konnten. Und obwohl das ein Thriller ist, kommt die Autorin ohne besonders blutige oder gewalttätige Szenen aus, was dem Buch aber keineswegs die Spannung nimmt.




Abgesehen vom Cover konnte mich dieses Buch voll und ganz in seinen Bann ziehen. Ob durch die häufigen Perspektivenwechsel, den bildhaften Schreibstil, die Unvorhersehbarkeit oder die Spannung – alles stimmte einfach und ergab ein tolles Gesamtbild, welches das Buch fast an meine Hände kleben zu schien. Aus diesem Grund definitiv eine Leseempfehlung an alle Thrillerliebhaber, die nicht unbedingt ein Buch brauchen, das nur so vor Blut trieft. Deshalb bekommt dieses Buch auch noch verdiente 5 Blue Wings von mir. 

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